[Neo] Ziele von Neo3

Ulf Bro ulf.bro at web.de
Di Jan 26 08:33:46 CET 2010


> Der prinzipielle Umlernaufwand beträgt bei mir im Mittel 2 Wochen, an die
> sich weitere 2–4 Wochen Perfektion anschließen. Für ein besseres,
> schließlich vielleicht sogar das beste Layout wirst du diesen Aufwand dann
> sicher gerne inkauf nehmen.

Das kann ich bestätigen.

> Mit dem Erlernen von Neo hast du außerdem nicht auf ein totes Pferd
> gesetzt. Neo ist, wie jedes andere Layout auch, ja kein verderbliches Gut,
> das man aufbraucht und daher eine stetig verfügbare Quelle für den
> Weiterbetrieb benötigt. Es wird auch für zukünftige Betriebssysteme etwas
> wie AHK, Microsoft Keyboard Layout Creator oder sein Pendant unter Mac OS X
> oder einem anderen Betriebssystem geben, dem du mit vergleichsweise wenig
> Aufwand dein eigenes, bis dahin fast ausgestorbenes Layout beibringen
> kannst. Und Communities, die Dir auch mit fremden Layouts helfen, gibt es
> zuhauf – nicht zuletzt diese Liste!

Ich bin inzwischen von dem Ziel vollkommen abgerückt, Neo verändern zu wollen. 
Ich bin entschieden dafür Neo so zu belassen, wie es ist. Falls jemand ein so 
genanntes Neo 3 mit vertauschten Buchstaben anbieten will, sollte man von 
vornherein versprechen, Neo 2 mindestens 10, besser 20 Jahre noch zu warten 
(an neue Betriebssysteme und Änderungen darin anzupassen usw.)

> > Solange eine Optimierung nicht gerade wirklich revolutionäre Vorteile
> > bringt, sollte mMn jede sehr radikale Änderung lieber mehrfach geprüft
> > werden.

Das ist auch die Meinung aller anderer auf der Liste. Genau weil diese Prüfung 
immer so sorgfältig sein muss, dürfte es bereits jetzt klar sein, dass Neo 
nie geändert werden kann. Egal, welche Änderung man einführen würde, würde es 
irgendeiner Prüfung nie standhalten. Und so käme es erst gar nicht zu der 
Änderung.

> > Außerdem denke ich, dass bei aller Optimierung die „Lernbarkeit“ im Auge
> > behalten werden sollte. Aktuell macht das Neo mMn verdammt gut. z.B. ist
> > der Ansatz mit den Vokalen auf der Grundreihe links dafür klasse.
>
> Ich selbst habe in den letzten 20 Monaten 6 Mal umgelernt, und ich muss
> sagen, dass sich die verschiedenen Layouts tatsächlich unterschiedlich
> schnell und gut erlernen lassen.

Das ist wahr. Es ist in allen neueren neurologischen Lehrbüchern nachzulesen. 
Wer sich viel mit der (populär-) wissenschaftlichen Literatur von Prof. Dr. 
Manfred Spitzer auseinandersetzt, wird die gleichen Schlussfolgerungen 
ziehen: man kann beliebig oft die Tastatur tauschen. Man wird besser, je mehr 
Stunden man damit schreibt. 10000 Stunden ist definitiv besser als 20 
Stunden.

> Ich schreibe derzeit mit Eidur [http://bro.privat.t-online.de] und muss
> sagen, dass ich immer noch Fehler mache, wobei die gefühlte Unsicherheit in
> den letzten Wochen drastisch gesunken ist.

Ich kann das bestätigen. Ich schreibe damit seit Anfang Dezember und erst seit 
wenigen Tagen (diese Woche) kann ich sagen, dass die Finger es jetzt von 
alleine können. Ich habe eine Arbeit, wo die Leute pausenlos auf mich 
einquatschen, während ich tippe, und es ist ein unglaublich schönes Gefühl, 
wenn die Finger selber können, ohne dass der Denker dafür eingeschaltet 
werden muss.

Was Eidur betrifft (eine Abkürzung von „eigens für die deutsche Sprache 
entworfene Computertastatur“), weiß ich sehr genau, dass sie nicht optimal 
ist. Ich glaube aber, dass die Verbesserungen, die noch kommen können, so 
gering ist, dass sie sich nicht mehr lohnen. Ich hoffe nicht, dass ich 
nochmals eine neue Tastatur lernen muss. Es sollte jetzt die letzte sein.

Ich habe überlegt, allgemein installierbare Treiber dafür zu entwickeln und 
veröffentlichen. Auf der anderen Seite: es hat keiner (außer Matthias 
vielleicht) daran Interesse. Und die Methodik, eine neue Tastatur zu 
entwerfen, ist bestens in den vorhergehenden Mails beschrieben, also ist es 
für jeden ein Leichtes, selber seine eigene zu machen. Warum also Eidur 
benutzen?

Und wie gesagt: Man sollte Neo belassen, wie es ist.

> Mein Fazit ist: Den wichtigsten Schritt hast Du bereits getan: Du hast
> Deine Finger befreit von ihrer Knechtschaft unter dem Qwertz-Gott. Wenn Du
> Dir jetzt noch klar machen kannst, dass Du auch auf einen Neo-Gott nicht
> per se angewiesen bist, hast Du gewonnen, Du kannst das Layout wählen –
> oder selbst entwickeln – das Dir am besten passt, und Du bist dafür
> niemandem ewige Treue oder eine Rechenschaft schuldig. Tasten-Tippen ist
> keine Glaubensfrage.

Ein starker Satz. Jede Glaubensrichtung kämpft gegen ihre eigenen Fanatiker…

Ulf




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