[Neo] OT: Welches Tex für Mathe und Startschwierigkeiten

Dennis Heidsiek HeidsiekB at aol.com
Sa Jan 23 18:38:36 CET 2010


Moin Frank,


Frank Stähr ſchrieb am 23.01.2010 16:45 Uhr:
> Werde demnächst viel mit Tex arbeiten müssen

Müssen? Dürfen, wollen! ;)

> Wenn ich Zeichen wie φ und 𝕂 direkt verwenden möchte, sollte ich nun Xetex oder Luatex verwenden? Im Wiki steht nicht ganz klar, was das nun beides ist …
>    
Na ja, beides sind unicode-fähige (La)TeX Varianten. LuaTeX ist noch in 
der Entwicklung, soll aber irgendwann mal »das nächste LaTeX« werden und 
zeichnet sich insbesondere durch die Integration der Skriptsprache Lua 
zur einfacheren Programmierung in TeX aus. Wenn es denn mal fertig ist … 
hingegen ist XeTeX einfach nur das ›normale‹ LaTeX, das jedoch um 
Unterstützung für Unicode und ›normale‹ (ttf, oft, halt die 
nicht-TeX-Welt) Schriften erweitert wurde. Und bis auf die fehlende 
Unterstützung von microtype kann man es inzwischen im ›normalen‹ Betrieb 
einsetzen :). Wie im Wiki steht: »XeTeX stellt die derzeitig beste 
Variante dar, um Unicode-Zeichen in (La)TeX nutzen zu können.« Ist das 
noch nicht eindeutig genug formuliert?

> Schaut bitte in mein angehängtes Beispiel. Wenn ich mit xelatex min.tex kompiliere, fehlen die entscheidenden Zeichen.

Das geht leider nicht, bei mir ist nur absoluter Zeichensalat angekommen 
(die Datei beginnt mit 層潣畭敮瑣污獳孡㑰æ…). Kannst Du das 
nochmal schicken, etwa als .tar.gz?

> Habe mir das Beispiel
> http://wiki.neo-layout.org/browser/latex/XeTeX-unicode-math/Beispiel.tex
> angeschaut, aber das kann ich so direkt nicht kompilieren: Brauche ich zwingend die Schrift Cambria oder reicht auch Linux Libertine?
Also XeTeX :). Wenn Du das Beispiel unverändert kompilieren willst, 
brauchst Du die Cambria. Generell sind aber alle Schriftangaben 
optional, wenn Du sie weglasst, greift XeTeX auf die Computer Modern 
zurück. Im Fließtext kannst Du aber stattdessen auch gerne die Linux 
Libertine (sogar Comic Sans ;)) verwenden. Wenn Du auch die Schrift für 
die Mathematik austauschen willst, wird’s enger: Längst nicht jede 
Schrift verfügt über alle Klammern, Integrale, Sonderzeichen, … die 
Cambia ist halt eine dieser Unicode-Matheschriften, die Asana Math ist 
bspw. eine andere. Das steht aber auch alles in der Dokumentation drin:
http://github.com/wspr/unicode-math/raw/master/unicode-math.pdf

> Brauche ich polyglossia?
Ja, polyglossia ist quasi ein sauber neugeschriebenes, unicodefähiges 
Babel. Damit gibst Du die Primär-(Sekundär-)sprache an, damit auch die 
entsprechende Silbentrennung, Namen für die Verzeichnisse etc. benutzt wird.

> Und unicode-math?
Auch wenn Du keine alternative Matheschriften benutzen willst, brauchst 
Du (wenn Du von Ebene 5 und 6 profitieren willst) unicode-math, damit 
unicode-mäßige Mathe-Eingaben (δ statt \delta) richtig verstanden 
(Abstände etc.) wereden.
> Wo kriege ich die her
Die aktuellste Version ist auf GitHub
http://github.com/wspr/unicode-math
etwas ältere Versionen sollten aber stets in die TeX-Distribution Deines 
Vertrauens (bei Linux zu 100-ε % TeXLife) einfließen.

> und wie installiere ich die auf einem bisher sauberen Ubuntusystem?
>    

Linux ist für mich ein Buch mit sieben Siegeln, ich konnte ja noch nicht 
einmal Compose richtig installieren :-(. Aber bitte schau’ Dir mal das an
http://wiki.ubuntuusers.de/LaTeX
wenn ich das richtig verstehe, sollte sudo apt-get install texlive-full 
oder so etwas in der Art seinen Dienst tun :).


Ich hoffe, geholfen zu haben,


Viele Grüße,
Dennis-ſ




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