[Neo] Paradigmen für Neo3 überarbeiten?

Karl Köckemann neo-nntp at freenet.de
Mo Nov 23 20:02:48 CET 2009


Am Wed, 28 Oct 2009 10:43:19 +0100
schrieb Dennis Heidsiek <HeidsiekB at aol.com>:

> Ulf Bro ſchrieb am 28.10.2009 09:30 Uhr:
> >>> 3. Lassen sich bestimmte Buchstabenfolgen konzeptionell nicht auf
> >>> beide Hände verteilen, so sollten sie Trommelabläufen von innen
> >>> nach außen folgen, 
> >
> > Das ist eine vollkommen unsinnige Regel, die mehr zerstört als 
> > aufbaut. […] Wenn man unbedingt eine Regel haben will,dann die 
> > umgekehrte, von außen nach innen.
> 
> Das scheint mir eher auf eine Geschmacksſache hinauszulaufen.

Nein, keine Geschmackssache, lediglich im Paradigma falsch ausgedrückt.
Leider habe ich im Browser über Eintausend Lesezeichen verloren und
finde im Internet den Beleg nicht wieder. Sinnvoll sind Trommelabläufe
vom kleinen Finger (innen) zum Zeigefinger bzw. Daumen (außen) nach wie
vor.

> >> 4. Die stärkste Belastung sollte auf Zeige- und Mittelfinger
> >> liegen, die obere Reihe ist der unteren vorzuziehen,
> >
> > Diese Regel gehört unten auf die Liste und ist nicht wichtig.
> 
> Das sehe ich ganz und gar nicht so – die Bevorzugung von Grund- und 
> Ober- vor der Unterreihe ist für mich eine elementare Neo-Eigenschaft 
> und einer der großen Vorteile gegenüber Qwertz, gerade auch was das 
> Thema /angenehm/ tippen angeht! Wenn Neo 3 häufige Zeichen auf die 
> Unterreihe legen wird, wird es damit meines Erachtens Neo 2
> unterlegen sein.

Nie hätte ich erwartet, dass dieses Paradigma in Frage gestellt würde.
Ich stimme Dennis zu. Nach Dvorak hat es schon so viele Untersuchungen
auf dem Gebiet gegeben, dass es garantiert schon sehr lange bekannt
wäre, wenn dieses Paradigma tatsächlich unwichtig wäre.

> >>> 5. Es soll ein Layout für Rechtshänder werden,
> >
> > Nicht wichtig.
> >   
> 
> Die meisten Deutschen sind nun mal Rechtshänder, da wäre es unsinnig
> die linke Hand zu bevorzugen.

Bei ungleichseitiger Belastung konnte eine höhere Neigung zu
gesundheitlichen Problemen nachgewiesen werden. Deshalb wird
empfohlen, Tastaturbelegungen so zu entwerfen, dass beide Hände
möglichst gleich viel gebraucht werden.

> > Nur frischen Mut: mach eine gute deutsche Tastatur, und sie wird
> > auch gut Englisch schreiben. 
> 
> Was mit Neo 2 bereits als bewiesen angesehen werden kann :-).

Was nicht bedeuten muss, dass Schreiber aus deutschsprachigen Ländern,
in denen mehrere Sprachen üblich sind, deren andere Sprachen ebenso
flüssig tippen können. So werden z. B. manche Schweizer diese im
Französichen gebräuchlichen Zeichen vereinfacht tippen wollen: Akzente
´`^ sowie ª,«,»,ç,œ,æ,ë,ï,ÿ,Ç,Œ,Æ,Ë,Ï,Ÿ.

> >> Größe und Auswahl des zugrundegelegten Textkorpus spielt für
> >> Feinheiten einer Tastaturbelegung eine entscheidende Rolle. 
> >
> > Nein. Tut sie nicht. Ich habe dazu eine frühere Mail geschickt in
> > der ich beweisen konnte, dass unglaublich unterschiedliche Corpora,
> > sogar in einer fremden Sprache, genau das Gleiche ergaben. Nimm
> > also ruhig einfach irgend einen Text. Der braucht nicht mal
> > besonders lang zu sein. 
> 
> Da irrſt Du Dich offenſichtlich. Anſonſten ſchlage ich hiermit Fauſt
> Ⅰ im Original (d.h. in Frakturſchrift) vor, damit das lange s (ſ) bei
> Neo 3 dann garantiert auf der erſten Ebene liegt ;-).

> >> Auch die schwieriger erfassbare Häufigkeit, mit der bestimmte
> >> Buchstabenfolgen anderen Buchstabenfolgen unmittelbar folgen,
> >> beeinflusst eine Tastenbelegung.
> >
> > Nein. Tut sie nicht.
> 
> Doch, das ist schon relevant (insbesondere, was Bi- und Trigramme 
> angeht). Ich fand beim Erlernen von Neo ck, ch, … sehr hilfreich und 
> weiß sie noch heute zu schätzen :-).

Zitat:
"Erörterung: Man sieht, dass es tatsächlich einen Unterschied macht,
welchen Textkörper man für die Untersuchung einsetzt."
Zitat:
"Wie gut die Tastaturbelegung abschneidet, hängt teilweise davon ab,
welchen Prüftext man benutzt."
aus: http://bro.homepage.t-online.de/Eigenschaften.html

In Wikipedia las ich, dass die Auswahl der Textkorpora zur Ermittlung
der Buchstabenhäufigkeit wenig relevant sei. Ich gehe davon aus, dass
wohl immer das Vorliegen von hinreichend großen Textkorpora aus genug
verschiednen Gebieten vorausgesetzt wird.
Für weitaus mehr als nur Buchstabenhäufigkeit ist statistische Analyse
von Textkorpora geeignet. Spätestens dann spielt die Auswahl der
Korpora eine nicht vernachlässigbare Rolle.


Am Wed, 28 Oct 2009 17:39:23 +0100
schrieb Hans-Christoph Wirth <hcw at gmx.de>:

> Karl Köckemann wrote:
> > Teilweise entspricht das nicht den für Neo2 zugrunde gelegten
> > Paradigmen.
> 
> Nebenbei sei bemerkt, dass auch Neo2 nicht seinen eigenen Paradigmen
> entspricht.

Vielleicht ist inzwischen von den Paradigmen etwas grundsätzlich nicht
mehr gültig. In dem Fall liegt nahe, die Paradigmen vor Abschluss von
Neo2 zu aktualisieren. Wäre das sinnvoll?

Mit netten Grüßen
Karl






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